BURNOUT UND DEPRESSION – FILMVORFÜHRUNG UND PODIUMSDISKUSSION IM CINETREFF HERISAU

(BB) Burnout und Depression sind Themen, die in der heutigen Zeit kaum aktueller sein könnten. Eine von Leistung bestimmte Gesellschaft, die ständig beschleunigt wird, ist ein guter Nährboden für psychische Erkrankungen wie Burnout und Depression. Eine Sensibilisierung für diese Themen und ein Hinschauen ist darum umso wichtiger. Aus diesem Anlass zeigte die Vereinigung Angehöriger psychisch Kranker Ostschweiz, kurz VASK Ostschweiz, am Samstag, 9. November den Film Burnout und Depression im Kino Cinétreff in Herisau.

Im Film vom Liechtensteiner Regisseur Timo Wohlwend werden Burnout und Depression auf verschiedene Weisen durchleuchtet. Betroffene und Spezialisten erzählen von ihren Erlebnissen und Erfahrungen, die sie mit Burnout und Depression gemacht haben. Zwischen den Statements inszeniert eine Theatergruppe die Geschichte eines Betroffenen und wie er und sein Umfeld mit der Krankheit umgehen.

Anschliessend an die Filmvorführung wurden die Themen des Films in einer Podiumsdiskussion nochmals aufgegriffen. In der von Roger Fuchs moderierten Diskussion kamen sowohl Betroffene, als auch Angehörige und zwei Expertinnen zur Sprache. Auf eindrückliche Weise schilderten die Betroffenen und Angehörigen ihre Geschichten mit Burnout und Depression. Ebenfalls verrieten diese Personen, wie ihnen durch Hilfe von aussen und durch eigene Kraft geholfen werden konnte und wie die Ereignisse ihr heutiges Leben beeinflussen. Dabei wurde vor allem der Wunsch an die Gesellschaft laut, dass man betroffenen Personen ohne Vorurteile begegnen soll und diese mit ihren Problemen ernst nimmt.

Pamela Städler von der Frauenzentrale und Dr. Christine Poppe teilten ihre Expertisen im Umgang mit Burnout und Depression. Die Frauenzentrale gilt als Anlaufstelle für Personen, welche unter somatischen und psychischen Krankheiten leiden. Pamela Städler merkte an, dass in den letzten Jahren viel mehr von psychischen Krankheiten betroffene Personen an sie wendeten. Für Dr. Christine Poppe gibt es zahlreiche Faktoren, warum in der heutigen Zeit mehr Menschen eine psychische Krankheit diagnostiziert wird. Darunter macht sich neben Einflüssen der immer schneller werdenden Gesellschaft auch ein Wandel bei Betroffenen bemerkbar. Heute suchen viel mehr betroffene Personen Hilfe, ebenfalls können psychische Krankheiten viel früher erkennt werden. Zum Schluss appellierten die Diskussionsteilnehmenden an die Arbeitgebenden und an die Politik – während Firmen ihre Angestellten in Entscheidungen einbeziehen, Ängste vor Jobverlust vermeiden und der Gesundheit der Mitarbeitenden eine hohe Priorität widmen sollen, wird von der Politik erwartet, dass sie eine Sensibilisierung der Bevölkerung vorantreibt und Betroffene unterstützt.

Im Anschluss verköstigten die Mitarbeitenden der Dreischiibe die Besucherinnen und Besucher mit einem Apéro, welcher zu individuellen Gesprächen einlud. Veranstalter Reto Frei konnte sichtlich zufrieden sein mit dem Anlass, vor allem das zahlreiche Erscheinen von Interessierten sei ein Zeichen, dass über psychische Krankheiten gesprochen wird und diese ernst genommen werden. Moderator Roger Fuchs sprach mit einem Augenzwinkern sogar davon, dass man im nächsten Jahr vielleicht sogar zwei Kinosäle brauche um allen Interessierten Platz zu bieten.

(Bild Reto Frei)

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