URNÄSCH: BUDGETVERSAMMLUNG MIT ABSTIMMUNG AM 10. DEZEMBER 2019

Der Voranschlag 2020 der Gemeinde Urnäsch sieht bei unverändertem Steuerfuss einen Ausgabenüberschuss von 321‘738 Franken sowie Investitionen von rund 1.58 Mio. Franken vor. Anlässlich der Gemeindeversammlung vom 10. Dezember 2019 wird darüber abgestimmt und anschliessend über den Stand von laufenden Projekten orientiert.

Hinweis: 
Der Voranschlag in gekürzter Form wird bis spätestens am 18. November 2019 allen Haushaltungen zugestellt. Der ausführliche Voranschlag 2020 kann ab dann auf der Homepage der Gemeinde Urnäsch abgerufen oder kostenlos bei der Finanzverwaltung Urnäsch bestellt werden (071 365 60 62).


(Gemeinde Urnäsch)
Der vom Gemeinderat an die Stimmberechtigten verabschiedete Voranschlag 2020 der Erfolgsrechnung basiert auf einem unveränderten Steuerfuss von 4.3 Einheiten und weist einen Gesamtaufwand von 19‘440‘632.34 Franken und einen Gesamtertrag von 19‘118‘894.00 Franken aus. Der Fehlbetrag von 321‘738 Franken kann über das Eigenkapital gedeckt werden. In der Investitionsrechnung sind Nettoausgaben von 1‘580‘000 Franken vorgesehen.

Wachstum

Gemäss Prognosen des Kantons stimmt die Wirtschaftsentwicklung – nachdem eine schwächere Weltkonjunktur die Schweizer Wirtschaft im 2019 gebremst hat – im 2020 wieder zuversichtlicher, was sich entsprechend auf die Steuereinnahmen auswirken sollte. Die Entwicklung der Steuereinnahmen sind im Voranschlag 2020 vorsichtig optimistisch budgetiert – gegenüber Vorjahr plus 60‘000 Frankenund liegen geringfügig unter den Empfehlungen des Kantons (Empfehlung Kanton +1.3% / Voranschlag 2020 Urnäsch +1.2%). Urnäsch rechnet mit Einbussen aufgrund des per 1. Januar 2020 in Kraft tretenden neuen Steuergesetzes, welches einen erhöhten Kinderabzug vorsieht. Weiter wird gemäss Prognose des Kantons im 2020 der Lasten- und Finanzausgleich mit 1.93 Mio. Franken im Rahmen der effektiven Auszahlung 2019 liegen und damit rund 180‘000 Franken über dem Voranschlag 2019 ausfallen. Die Schülerzahlen sowie die Schüler-Prokopfbeiträge bleiben auf dem Niveau des Vorjahres.

Dank komfortablem Eigenkapitalpolster von rund 9.21 Mio. Franken kann der erwartete Rückschlag problemlos aufgefangen werden. Der Abbau des Eigenkapitals im budgetierten Rahmen ist verantwortbar.

Aufgabenverlagerungen

Als Folgen des kantonalen Entlastungsprogrammes, das erstmals 2015 gegriffen hat, wird der Voranschlag 2020 wegen Aufgabenverschiebungen (Kürzung oder Wegfall von kantonalen Beiträgen: Spitex, Sonderschüler- und Schülerbeiträge) mit Mehraufwändungen bzw. Mindereinnahmen von rund 179‘000 Franken zusätzlich belastet. Die exogenen Kosten sind anhaltend hoch.

Exogene Kosten

Folgende Gemeindeanteile sind budgetiert: Für die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV 446‘000 (449‘000) Franken; für den öffentlichen Verkehr 359‘000 (304‘000) Franken; für die Pflegefinanzierung 330‘000 (310‘000) Franken; für die kantonale Spitex 221‘000 (214‘000) Franken; für die Beratungsstelle für Flüchtlinge 128‘000 (97‘000) Franken; für die Führung der gemeinsamen regionalen Berufsbeistandschaft Hinterland 142‘000 (145‘000) Franken. Bei diesen Gemeindeanteilen von 1.63 Mio. Franken handelt es sich um exogene Kosten, welche die Gemeinde nicht beeinflussen kann und die sich auf eine übergeordnete Gesetzesgrundlage stützen. Die Summe der exogenen Kosten ist erneut gestiegen und liegt 107‘000 Franken über dem Vorjahr. Eine Erhebung dieser Verpflichtungen von 2010 bis 2019 zeigt, dass die Belastung des Gemeindefinanzhaushalts mit exogenen Mehrkosten innert dieser Zeit über 900‘000 Franken zugenommen hat (in Klammer: Zahlen Budget Vorjahr).

Netto-Investitionen von 1.58 Mio. Franken

Im 2020 sind notwendige Netto-Investitionen von 1‘580‘000 Franken geplant. Die wesentlichen Investitionsausgaben betreffen: Abbruch/Neubau Gemeindehaus mit einem Kostenanteil von 1‘000‘000 Franken; Gemeindeanteil an Neubau Saienbrücke mit 100‘000 Franken; Fahrzeugersatzanschaffung HSM im Forstbetrieb mit 480‘000 Franken.

Abschreibungen

Die Abschreibungen erfolgen linear ab Nutzungsbeginn über die festgelegte Nutzungsdauer des nach den neuen Kriterien bewerteten Verwaltungsvermögens und sind veranschlagt mit 926‘165.00 Franken. Das abzuschreibende Verwaltungsvermögen betrug per 31. Dezember 2018 rund 15.4 Mio. Franken.


Informationen über den aktuellen Stand zu laufenden Projekten:

Orientierung zur Ortsplanungsrevision; Die Ortsplanungsrevision soll innerhalb der nächsten zwei Jahren zur Abstimmungsreife vorbereitet werden. In einer Orientierung durch das externe Raumplanungsbüro werden die gesetzlichen Grundlagen und die Kernthemen der Ortsplanungsrevision sowie das Vorgehen aufgezeigt.

Neubau Gemeindehaus und Wohnhaus mit Tiefgarage; Am 17. März 2019 hat das Stimmvolk den beantragten Kredit in der Höhe von 4.6 Mio. Franken für den Abbruch und Neubau der Gemeindekanzlei bewilligt. Nebst dem neuen Gemeindehaus sollen an zentraler Lage ein Wohnhaus mit attraktiven Wohnungen und eine Tiefgarage entstehen. Die Ausführungsplanung für den Neubau der Gemeindekanzlei sowie das südlich an die Gemeindekanzlei-Liegenschaft angrenzende Wohnhaus ist auf Kurs.

Zentrum für Handwerk und Kunst; Nach dem grossen Starterfolg im Frühling von „9107 – Zentrum für Handwerk und Kunst“ konnten die Bevölkerung und Gäste von Urnäsch Ende September das Angebot an einem zweiten Pilot testen. Inzwischen bietet „9107 – Zentrum für Handwerk und Kunst“ allen Urnäscher Handwerkern und Kunsthandwerkern eine Plattform, um sich und Ihr Schaffen zu präsentieren. Mit verschiedenen online buchbaren Erlebnissen direkt in den Handwerksbetrieben können Besucher das Handwerk selbst ausprobieren und erleben.


Einführung Aufgaben und Finanzplan

Gemäss Vorgaben des Finanzhaushaltsgesetzes haben die Gemeinden neu einen AFP (Aufgaben- und Finanzplan) einzuführen. Der Gemeinderat hat sich mit der Einführung intensiv auseinandergesetzt. Geplant ist, das Ergebnis des Work-Shops mit der Bevölkerung, welcher am Samstagvormittag, 23. November 2019, in der Mehrzweckhalle Au stattfindet, an der Klausur- und Strategietagung des Gemeinderates im kommenden Februar aufzuarbeiten und anschliessend in den AFP einfliessen zu lassen. Der Aufgaben- und Finanzplan wird der Bevölkerung dann zusammen mit dem Voranschlag 2021 zur Kenntnis gebracht.


 

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