WENN EIN BETROFFENER ERZÄHLT

Markus Meitz und das Team der Beratungsstelle für Suchtfragen Appenzell Ausserrhoden stellen sich in der Aula vor. (Bild: pd)

Die Herisauer Jugendlichen der 3. Sekundarklasse haben sich kürzlich an einem Vormittag im Thema «Sucht» vertieft.

«Ich war noch 48 Kilogramm schwer und mehr tot als lebendig», hörten die Schülerinnen und Schüler im Sekundarschulhaus Ebnet Ost. «Ein Betroffener erzählt», hiess der Titel eines der Workshops im Rahmen eines Themenmorgens zum Thema «Sucht», der für die rund 110 Jugendlichen der 3. Sekundarklasse durchgeführt wurde. Der ehemalige Heroin- und Alkoholabhängige, 48jährig, schilderte eindrücklich seine Erlebnisse, seine Kämpfe. «Ich glaubte, dass ich nichts mehr wert bin, wollte mir das Leben nehmen.» Seit sieben Jahren sei er «clean», berichtete er. Ob er dies durchhalte, fragte ein Schüler. Der Gedanke begleite ihn immer, antwortete er. «Ich muss mir bewusst sein: Einmal ist einmal zu viel.»

Unterstützung anbieten

Sie sollen unbedingt Fragen stellen, hatte Markus Meitz den Schülerinnen und Schülern bei der Begrüssung gesagt. Der Leiter der Ausserrhoder Beratungsstelle für Suchtfragen leitete den Vormittag mit den Kolleginnen Gabriela Waldispühl und Andrina Hutter. «Fragt Sachen, die ihr sonst vielleicht nicht fragen würdet. Ihr selber seid Experten für euer Leben. Wir haben keine fertigen Lösungen für Probleme im Zusammenhang mit Sucht. Aber wir bieten fachliche Unterstützung an.» Meitz stellte die Beratungsstelle und die Möglichkeiten der Kontaktaufnahme vor.

Die Jugendlichen widmeten sich auch dem Thema «Alkohol und Wahrnehmung», spannten ein Band im Korridor, um die Vergrösserung des Bremsweges zu veranschaulichen, der im Verkehr durch Alkohol entsteht. Sie diskutierten Fallbeispiele, besprachen den möglichen Verlauf einer Sucht, ordneten die Phasen eines Suchtverlaufs, wie «Konsum», «Gewöhnung», «Genuss», «Abhängigkeit», «Suchterkrankung». Im vierten Workshop ging es um die Folgen des Tabakkonsums – etwa in Bezug auf die Gesundheit, die Kosten, das veränderte körperliche Aussehen und den Körpergeruch. Der Vormittag fand in der Aula mit einer gemeinsamen Auswertung den Abschluss. (pd)


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