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Wirtschaft
14.03.2022

Eine flauderhafte Geschichte wird 20

Die Geburtsstunde von Flauder, dem Flaggschiff der Goba AG, war vor 20 Jahren. Bild: KEYSTONE
Es geht Schlag auf Schlag. Eben erst kaufte die Aargauer Stiftung F. G. Pfister 90 Prozent der Goba AG. Nur wenige Tage später steht in Gontenbad ein Jubiläum ins Haus: Vor 20 Jahren entstand per Zufall das bekannte Flauder.

Die Geschichte rund um Gabriela Manser und «ihrer» Mineralquelle im Gontenbad liest sich wie ein Märchen: Hier entstand 2002 mehr oder weniger durch Zufall das bekannte Flauder und seither werden ständig neue erfolgreiche Kapitel geschrieben.

Die erste Episode dieses Unternehmermärchens war aber nicht wirklich zauberhaft: 1999 übernimmt die gelernte Kindergärtnerin Gabriela Manser von ihren Eltern Sepp und Rita die kleine Mineralquelle mit acht Mitarbeitenden, einer veralteten Infrastruktur und bescheidenen finanziellen Mitteln.

Der Druck den Kopf über Wasser zu halten, ist so gross wie die Konkurrenz. Zwanzig kommerzielle Abfüller fördern damals hierzulande jährlich über 500 Mio. Liter Mineralwasser zutage. Gabriela Manser ist von Anfang an klar: Nur mit Mineralwasser, Citro und den Likören, nach den Rezepten ihrer Grossmutter, wird es schwer, weiterhin auf dem umkämpften Markt zu bestehen. Etwas Neues muss her.

Missgeschick in der Küche

2002 gelang Gabriela Manser dann mehr durch Zufall als durch Kalkül der ersehnte Coup. In der Küche, in der Mama Rita zuvor während Jahrzehnten Konfitüren und Gelees für das flaue Wintergeschäft herstellte, wurde auf der Suche nach neuen Geschmacksrichtungen einer Holunder-Probemischung irrtümlicherweise auch Melisse beigemischt.

Das vermeintliche Missgeschick überzeugte geschmacklich von Anfang an, wurde in der Folge noch etwas verfeinert – et voilà: Das Flauder war geboren. Das Wort des Erfrischungsgetränks ist eine Ableitung vom Innerrhoder Dialektwort Flickflauder (Schmetterling).

Unkonventionelle Werbemassnahme

Da vor zwanzig Jahren das Geld für eine grossangelegte Marketingkampagne für die neue Kreation fehlte, beschloss Gabriela Manser kurzerhand, dass jeder Getränkelieferung ungefragt eine Flasche Flauder beigelegt wurde.

So setzte sich das Getränk innerhalb kurzer Zeit und ohne Werbung im Getränkemarkt durch und wurde schnell zu einem Verkaufsschlager.

Mittlerweile ist die Flauder-Familie auf fünf Mitglieder angewachsen. Das Kultgetränk gibt es neben der klassischen Form auch in den Geschmacksrichtungen Holder, Minze, als leichte Eisteeadaption «Iisfee» und als «Yolo», mit der winterharten Zitrusfrucht Yuzu.

rm/leaderdigital