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Herisau
14.02.2020
02.06.2020 12:49 Uhr

HERISAU: 41 MIO. FRANKEN FÜR NEUES BAHNHOFAREAL

Der Gemeinderat beantragt für das Projekt „Bahnhofplatz mit Bushof“ einen Baukredit von brutto 40,88 Mio. Franken. Die Nettobelastung der Gemeinde ist auf 18,7 Mio. Franken veranschlagt.

(Gemeinde Herisau) Am 20. Oktober 2019 hat die Herisauer Stimmbevölkerung den Teilzonenplan Bahnhof mit fast 79 Prozent Ja-Stimmen genehmigt. Nun hat der Gemeinderat den nächsten Schritt aufgegleist: den Baukredit für einen neuen Bahnhofplatz mit Bushof.

Bund, Kanton und Partner zahlen mit

Die veranschlagten brutto 40,88 Mio. Franken müssen nur zum Teil von der Gemeinde getragen werden. Zu erwarten sind vom Kanton voraussichtlich ca. 2,8 Mio. Franken als Beitrag für den öffentlichen Regionalverkehr sowie 0,85 Mio. Franken für die Basissanierung der Güterstrasse. Vom Bund werden im Rahmen des Agglomerationsprogramms 9 Mio. Franken erwartet. Die weiteren Partner Appenzeller Bahnen AG (AB), Schweizerische Südostbahn AG (SOB) und Post Immobilien AG tragen 9,53 Mio. Franken bei. Nach heutigem Stand verbleibt damit ein Gemeindeanteil von netto 18,7 Mio. Franken. Gemäss Finanzplan wird dieser Betrag auf die Jahre 2020 bis 2026 verteilt.

Kosten der Teilprojekte

Das Projekt „Bahnhofplatz mit Bushof“ besteht aus einer Reihe von Teilprojekten, die meist gemischt finanziert werden müssen. Hauptbrocken sind die Verlegung und Anpassung der Gleise durch die Appenzeller Bahnen für gut 7 Mio. Franken, die Ersatzbauten und Anlagen für die Bahninfrastruktur der AB für über 5 Mio. Franken, der neue Bushof für gegen 10 Mio. Franken, die Neugestaltung des Zentralplatzes zwischen SOB- und Post-Gebäude inklusive Personenunterführung vom Mühlebühl-Quartier bis zum neuen Lift ins Ebnet für knapp 7 Mio. Franken, die Neugestaltung von Güterstrasse und öffentlichen Plätzen für über 5 Mio. Franken und die Erschliessung des Ebnets mit Lift und Fusswegen für ebenfalls über 5 Mio. Franken. Eine weitere gute Million Franken kommt hinzu für den Erwerb des Grundstücks für den Bushof. All diese Massnahmen sollen den Bahnhof sicherer, behindertengerecht und kundenfreundlich machen sowie die Anbindung ans Dorf verbessern.

Nicht Teil des beantragten Gesamtkredits von 40,88 Mio. Franken ist die Verlegung des Strassenknotens durch den Kanton (Verschiebung Kreisel, Sanierung Brücke, neue Zufahrten). Die beiden Projekte hängen jedoch eng zusammen: Das Gemeindeprojekt „Bahnhofplatz mit Bushof“ kann nur umgesetzt werden, wenn mit der Verlegung des Kreisel sowie der Gleise der AB der Platz dafür geschaffen wird.

Info-Abend am 1. April

Das Geschäft geht nun an den Einwohnerrat, der am 11. März darüber befinden wird. Stimmt er zu, wird die Gemeinde die Bevölkerung vor der Urnenabstimmung vom 17. Mai breit über Inhalt und Kosten des Generationenprojektes Bahnhof informieren. Geplant sind unter anderem ein Informationsflyer in alle Haushalte, ein Informationsabend am 1. April sowie Führungen am Bahnhof.

Auch für den Kanton zentral

Der Kanton wird parallel dazu kantonsweit über sein Kreisel-Projekt informieren, das der Kantonsrat am 2. Dezember einstimmig genehmigt hat. Auch seitens des Kantons besteht ein grosses Interesse an der Arealentwicklung am Bahnhof: Von diesem Verkehrsknoten werden Teile des Appenzellerlandes erschlossen, zudem spielt das Projekt Wohn- und Gewerbeflächen frei, die grosse Investitionen durch Private auslösen werden. Entsprechend bezeichnet der Regierungsrat den Bahnhof Herisau als wichtigstes Entwicklungsgebiet des Kantons.

Mehrwert für Generationen

Die Neugestaltung des Bahnhofs Herisau ist das grösste Bauvorhaben in Herisau seit langem. Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass es sich um eine grosse Investition handelt. Dank der Neugestaltung des Bahnhofareals erhält Herisau aber einerseits eine behindertengerechte, zukunftstaugliche Verkehrsdrehscheibe für Bewohner, Geschäftsreisende, Pendler sowie Militärangehörige aus der ganzen Schweiz. Andererseits profitiert die Gemeinde von neuen Firmen, Institutionen und Zuzügern.

Nicht mit Steuererhöhung zu rechnen

Um die Kosten zu senken, hat der Gemeinderat das Projekt auf Einsparungen geprüft und wo möglich den Rotstift angesetzt. Deshalb und dank der Staffelung der Ausgaben auf mehrere Jahre ist allein aufgrund des Bahnhofprojektes nicht mit einer Steuererhöhung zu rechnen. Bei dieser Frage können aber andere, zeitlich noch nicht fixierte Grossprojekte eine Rolle spielen. Im Übrigen würden die ohnehin anfallenden Sanierungen ebenfalls Millionen verschlingen, ohne dass ein umfassender Mehrwert entstünde. Aus all diesen Gründen ist der Gemeinderat überzeugt, dass von einem Ja zur Vorlage am 17. Mai Herisau direkt oder indirekt alle Herisauerinnen und Herisauer für Jahrzehnte profitieren werden.

Der vollständige Bericht und Antrag an den Einwohnerrat mit Projektdokumentation ist auf zu finden, ebenso ein Faktenblatt mit Fragen und Antworten.

www.herisau.ch/bahnhof