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Lifestyle
11.05.2022

Welcher Schuh für welchen Fuss?

Nicht jede Fussform ist für schmale Schuhe geeignet. Beim Kauf vor allem auf die Zehenstellung achten. Bild: pixabay.com
Sitzen die Schuhe nicht richtig, kann es schnell unangenehm oder sogar schmerzend werden. Häufig wird das Schuhwerk viel zu klein oder zu gross gekauft. Die Folgen sind fehlender Halt und Trittsicherheit. Wer längere Zeit falsches Schuhwerk trägt, kann seine Füsse sogar nachhaltig schädigen. Um dies zu vermeiden, hilft die Kenntnis der eigenen Fussform.

Darum sollte die Fussform vor der Schuhauswahl ermittelt werden

Die Füsse tragen unseren Körper nahezu 24/7, egal bei welcher Belastung. Stehen, sitzen, tanzen, springen – alles wird durch die Füsse mehr oder weniger gestützt. Damit dies ohne Schädigungen vonstattengehen kann, brauchen die Füsse Unterstützung in Form der richtigen Schuhe.

Die Anordnung der Zehen spielt bei der Schuhform eine wesentliche Rolle. Welche Fussform der beste Torjäger der Welt, Robert Lewandowski, mit seiner Schuhgrösse 9 hat, ist nicht bekannt. Doch er hat mit Sicherheit die für ihn passgenau gefertigten Schuhe im Schrank. Schliesslich können Druckstellen an den Füssen womöglich den nächsten Torschuss kosten.

Der Blick auf die eigenen Füsse zeigt, wie die Zehen angeordnet sind: Wie Orgelpfeifen in Reih und Glied oder mit deutlichen Höhenunterschieden? Die Zehen sind Indikator für die Fussform und geben die passende Schuhform vor.

Ägyptische Fussform bei über 60 % aller Europäer

Die Wahl der passenden Schuhe ist mit Kenntnis der richtigen Form gar nicht mehr so schwer. Experten unterteilen die Füsse basierend auf der Zehenanordnung in verschiedene Formen. In Europa haben über 60 % aller Bürger die sogenannte ägyptische Fussform.

Charakteristisch für sie ist, dass der zweite Zeh kürzer ist als der grosse Zeh. Alle anderen Zehen ordnen sich abfallend hintereinander an, ähnlich einer Orgelpfeife. Mit dieser Fussform gibt es kaum Probleme, die richtigen Schuhe zu finden. Wichtig hierbei ist der Blick auf die Schuhweite.

Sitzen die Schuhe am Spann beispielsweise viel zu eng, kann das Blut abgeschnürt werden. Der Fuss legt an Volumen zu, was vor allem an heissen Sommertagen äusserst unangenehm sein kann. Deshalb den Schuh stets am Nachmittag bzw. nach Belastung vor dem Kauf anprobieren, da der Umfang dann am grössten ist.

Römische Fussform: Hände weg von schmalen Schuhen

Geht es um die richtigen Schuhe für gesunde Füsse, ist die Zehenanordnung unerlässlich. Ca. 25 % aller Europäer haben die gleiche Länge bei dem zweiten bzw. dem grossen Zeh. Diese Anordnung wird als römische Fussform bezeichnet. Um angenehm laufen zu können, ist ein breiter Schuh mit viel Bewegungsfreiraum für die Zehen essenziell. Schmal geschnittene oder spitz zulaufende Modelle engen die Zehen ein und schnüren die Füsse schlimmstenfalls ab.

Griechische Schuhform: längere Modelle bevorzugt

Bei der griechischen Schulform überragt der zweite Zeh den grossen. Hier sprechen Experten von einem griechischen Fuss. Allerdings kann die falsche Schulform rasch zum Drücken und ernsten Schmerzen führen. Beim Kauf auf ausreichend Platz achten und lieber auf längere Schuhmodelle setzen. Geschlossene Schuhe mit flexiblem Material sind bei der griechischen Form ein Geheimtipp, denn sie bieten nicht nur Halt, sondern auch Spielraum bei Bewegungen. Wie nachteilig der falsche Schuh sein kann, musste Skisprung-Star Simon Ammann erleben. Beim Heim-Weltcup in Engelberg schied er bereits in der Qualifikation aus.

Sehr speziell: die germanische Fussform

Die griechische Fussform ist in Europa selten, die germanische noch seltener. Alle Zehen sind gleich, nur der grosse Zeh tanzt aus der Reihe und überragt alle anderen. Bei der Schuhauswahl stellt das eine enorme Herausforderung dar, denn es braucht im vorderen Bereich viel Platz. Gleichzeitig darf der Schuh nicht zu breit sein, um auch an den Seiten bei den gleich langen Zehen maximalen Halt zu bieten. Auf den ersten Blick wirken gut passende Schuhe für den germanischen häufig klobig und besonders quadratisch. Macht nichts, denn die Passform ist optimal und bietet Spielraum für den Fuss.

Mit der ägyptischen Fussform lassen sich auch High Heels komfortabel tragen.

Keltische Füsse brauchen viel Flexibilität

Die keltische Fussform ist in Nordeuropa noch immer häufig anzutreffen. Der grosse Zeh ist kürzer als der zweite. Dieser wiederum hat dieselbe Länge wie der dritte Zeh. Eine Herausforderung beim Schuhkauf, denn hier wird viel Platz benötigt.

Diese Schuhe passen zur Form

Damit vor Schmerzen beim Auftreten vermieden werden und gar nicht erst vorkommen, ist die Wahl der richtigen Schuhe so essenziell. Wer seine Fussform kennt, kann gezielter die für ihn infrage kommenden Modelle finden.

Bei der ägyptischen Fussform gibt es kaum Einschränkungen, denn die Zehen brauchen aufgrund ihrer abfallenden Reihenfolge keinen zusätzlichen Platz. Anders hingegen die römische Fussform, denn hier ist vor allem breites Schuhwerk mit einer Weite H oder K empfehlenswert. Sitzt der Schuh zu eng oder ist spitz zulaufend, gibt das womöglich unschöne Druckstellen und verursacht Schmerzen.

Bei der griechischen Fussform ist eine abgerundete Spitze ideal. Sie hilft, dass die langen Zehen nicht eingedrückt und gestaucht werden. Wer einen germanischen Fuss hat, sollte auf eine möglichst breite Sohle und eine abgerundete Schuhoptik setzen. Sie helfen, die eigenwillige Stellung der Zehen auszugleichen.

Wir pflegen unsere Gesichtshaut, zupfen Augenbrauen oder gehen zur Maniküre. Doch die Füsse werden beim Beauty- und Wellnessprogramm häufig vergessen. Das kann fatale Folgen haben, denn auch die Füsse brauchen regelmässig Pflege und Entspannung. Bild: pixabay.com

Füsse pflegen ein Muss

Wir pflegen unsere Gesichtshaut, zupfen Augenbrauen oder gehen zur Maniküre. Doch die Füsse werden beim Beauty- und Wellnessprogramm häufig vergessen. Das kann fatale Folgen haben, denn auch die Füsse brauchen regelmässig Pflege und Entspannung.

Die Wahl des richtigen Schuhwerks trägt entscheidend zum Wohlfühlfaktor bei. Doch Füsse sollten auch regelmässig massiert, gecremt oder die Hornhaut entfernt werden. Ist Letztere beispielsweise an einigen Stellen viel zu dick, kann dies auch bei gut sitzendem Schuhwerk zu Druckstellen und Schmerzen führen.

Ein regelmässiges warmes Fussbad hilft, die Füsse gut zu reinigen, und sorgt für eine optimale Durchblutung. Am besten lässt sich die Hornhaut vor dem Fussbad mit einer Raspel oder einer speziellen Creme entfernen und im Anschluss mit warmem Wasser abwaschen.

Tipp: Vor allem an heissen Tagen kann das Tragen von Schuhen durch Schweiss und geschwollene Füsse sehr unangenehm werden. Deshalb den Füssen regelmässig Pausen von den Schuhen gönnen und sie mit einem kühlen Fussbad verwöhnen.

pd. / jg