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Kultur
19.05.2022

Von 3000 auf 1: Die Bischofberger-Handstickmaschine ist eine Rarität

Als Letzte ihres Fachs sass Lina Bischofberger, Reute, jahrzehntelang an ihrer nostalgischen Handstickmaschine, die heute im Appenzeller Volkskundemuseum in Stein nach wie vor zu Ehren kommt. Bild: zVg
Die aus Reute stammende Monogramm-Handstickmaschine im Appenzeller Volkskundemuseum in Stein ist eine Rarität. Ende des 19. Jahrhunderts standen im Textilkanton Ausserrhoden 3000 derartige Maschinen im Einsatz. Überlebt hat ein einziges Exemplar, auf dem noch immer gestickt wird.

Jahrzehntelang hatte die 1924 geborene Lina Bischofberger-Bänziger im Weiler Steingacht (Gemeinde Reute) auf ihrer Monogramm-Handstickmaschine wunderbare Tüechli bestickt. Immer wieder empfing sie Besucherinnen und Besucher aus nah und fern, die sich vom nostalgischen Kunsthandwerk in den Bann ziehen liessen.

Lina war die letzte Handstickerin weit und breit, nachdem im kleinen Dorf Reute in der Stickerei-Blütezeit 71 Maschinen in Betrieb standen, die 122 Personen ein Einkommen sicherten. 2016 gab Lina Bischofberger ihre Tätigkeit auf, und nun wurde alles versucht, ihre Stickmaschine mit Jahrgang 1890 vor dem Verschrotten zu retten. Die Bestrebungen verliefen erfolgreich, wurde doch die Maschine nach Stein AR ins Appenzeller Volkskundemuseum überführt. Hier wird nach wie vor regelmässig gestickt, und darüber freut sich die heute im Altersheim Watt, Reute, wohnhafte Stickerei-Fachfrau ausserordentlich.

Peter Eggenberger