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Immo & Bau
02.08.2022

Ist ein Investment in Immobilien lohnend?

Immobilien als Investment lohnen sich eher langfristig! Bild: energepic.com
Immobilien gehören neben Aktien und Edelmetallen zu den beliebtesten Anlageobjekten überhaupt! Während der Niedrigzinsphase erlebte der Immobilienmarkt in der Schweiz einen Boom, der bis heute anhält. Nachdem sich die führenden Zentralbanken dazu durchgerungen haben, die Leitzinsen zu erhöhen, fragen sich jedoch viele Investoren, ob sich Immobilien als Anlage noch lohnen.

Immobilien sind und bleiben gefragt

Bis vor Kurzem kannten die Immobilienpreise nur eine Richtung: nach oben. In der Schweiz stiegen die Preise im letzten Jahrzehnt für Einfamilienhäuser um mehr als 30 % und für Eigentumswohnungen sogar um gut 40 % an. Mit den steigenden Zinsen und den derzeit vorherrschenden Krisen rechnen manche Insider damit, dass die Immobilienpreise fallen werden.

Dieser Einschätzung stehen einige schlagende Argumente gegenüber. Zum einen investieren Menschen in schlechten Zeiten eher in sichere Sachwerte. Zum anderen wird günstiger Wohnraum immer benötigt. Daher kann davon ausgegangen werden, dass die Nachfrage auf hohem Niveau verharren wird. Immobilien bleiben als Anlageobjekt interessant, auch wenn die “Goldgräberstimmung” durch die minimalen Zinsanhebungen etwas gedämpft wurde. Experten erwarten für 2022 eine Rendite von etwa 3 %.

Immobilienfinanzierung

Die Frage der Finanzierung ist ein wichtiges Thema, bevor ein Immobilienkauf in die Wege geleitet werden kann. Die wenigsten Zeitgenossen besitzen die Mittel, den Kaufpreis einer Immobilie komplett auf einen Schlag zu entrichten. 

Eine Immobilie darf laut den Fachleuten von Miro Kredit AG hierzulande grundsätzlich nicht zu 100 % finanziert werden. Ein Käufer muss mindestens 20 % Eigenanteil aufbringen und kann den Rest des Kaufbetrags über eine Hypothek finanzieren.

Wo sind Immobilien lukrativ?

Derzeit befinden sich die vielversprechendsten Immobilien im “Speckgürtel” der Grossstädte. Dort suchen viele Mieter eine ruhige Wohnlage, die nicht allzu weit von der Metropole entfernt ist. Auch mittlere Lagen im inneren Stadtbereich, abseits der Trendviertel, versprechen eine solide und dauerhafte Rendite. Hier ist zwar weniger Grün als im Umland vorhanden, allerdings ist die Infrastruktur besser entwickelt als in den Randgebieten.

Hohe Gewinne werden in der Regel im Innenstadtbereich und in den Szenevierteln gemacht. Dies gilt aber nur dann, wenn sich die Immobilie schon im Besitz befindet. Die Mieten und die Preise für Wohneigentum in den Zentren sind derzeit überbewertet, sodass ein jetziger Einstieg mit hohen Kosten verbunden sein dürfte.

Was ist bei der Kaufentscheidung zu beachten?

Für ein Investment auf dem Immobilienmarkt sollte unbedingt auf das richtige Objekt gesetzt werden. Dabei sind neben der Lage einige Faktoren für die Kaufentscheidung von Bedeutung.

  • Die Infrastruktur: Je besser die Umgebung der Immobilie mit Geschäften, Schulen, Supermärkten und Arztpraxen ausgestattet ist, desto mehr Rendite wirft sie ab. Ausserdem ist es wichtig, die Entfernung zum nächsten Bahnhof oder zur nächsten Autobahn zu analysieren.
  • Die Bevölkerungsentwicklung: Bei einer steigenden Bevölkerungsentwicklung ist davon auszugehen, dass der Wert der Immobilie zukünftig zunehmen wird.
  • Der Zustand: Je besser der Zustand einer Immobilie ist, desto eher lässt sie sich vermieten. Hohe Sanierungskosten können die Rendite empfindlich schmälern.
  • Die Mieterstruktur: Am besten eignen sich unauffällige Mieter, die den Mietzins pünktlich überweisen.
  • Der Markt: Dieser gibt Aufschluss darüber, ob die Immobilie leicht zu vermieten ist oder ob mit längeren Perioden des Leerstands gerechnet werden muss.
  • Die Nebenkosten: Liegen die Nebenkosten einer Immobilie über dem Durchschnitt, schmälert das die Rendite. Zudem wirkt sich das auf die Vermietbarkeit aus.
  • Der Kaufpreis: Ein Kaufpreis, der deutlich über dem Verkehrswert angesiedelt ist, wirkt sich sowohl auf die Eigenkapitalrendite als auch auf die Gewinnchancen negativ aus.

In Immobilien-Fonds und -ETFs investieren

Wer direkt in Immobilien investiert, hat in der Regel das nötige Kapital zur Verfügung und genügend Zeitreserven, um sich um Kreditvergabe, Notar und Grundbuch zu kümmern. Wem es daran fehlt, dem eröffnet sich in Form von Immobilien-ETFs (Exchange Traded Funds) eine charmante Anlageoption. 

Dabei wird in einen Aktienindex investiert, der ausschliesslich Unternehmen umfasst, die in der Immobilienbranche tätig sind. Darunter werden Firmen verstanden, die ihren Umsatz aus dem Verkauf, der Vermietung oder der Verpachtung von Immobilien generieren und an der Börse notiert sind. Im Gegensatz dazu investiert ein Immobilien-Fonds direkt in “echte” Immobilien. Bei beiden Anlageformen ist es möglich, auch mit kleineren Beträgen am Immobilienboom zu partizipieren.

pd. / herisau24.ch