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14.07.2020

Erneut 25% mehr Kunststoffe gesammelt

Das Kunststoffsammelsystem KUH-Bag der drei Abfallverbände A-Region (Abfallregion St.Gallen-Rorschach-Appenzell), KVA Thurgau und Zweckverband Abfallverwertung Bazenheid (ZAB) bewährt sich immer mehr und entwickelt sich zu einer Erfolgsgeschichte. Im ersten Halbjahr 2020 wurden gegenüber dem Vorjahr wiederum rund 25 Prozent mehr Kunststoffe aus Haushalten gesammelt.

Das KUH-Bag-Gebiet umfasst heute flächendeckend 130 beteiligte Gemeinden mit rund einer halben Million Einwohnerinnen und Einwohnern: KUH-Bag von Stein am Rhein bis zum Säntis. Bezogen auf die ganze Schweiz das grösste Gebiet mit einem einheitlichen Sacksammelsystem und somit einmalig in der Schweiz.

Kontinuierlich steigende Mengen

Im Jahr 2019 wurden im KUH-Bag-Gebiet rund 860 Tonnen Kunststoffe aus Haushal-ten gesammelt – dies entspricht einem Mengenwachstum von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Nun zeigen die Halbjahreszahlen, dass der Mengenzuwachs weiter anhält. Im ersten Halbjahr 2020 konnten rund 550 Tonnen Kunststoffe gesammelt werden. Hochgerechnet wird somit im Jahr 2020 eine Menge von über 1‘000 Tonnen gesammelte Kunststoffe erreicht werden können. Der Mengenzuwachs liegt bei über 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die Zahlenentwicklung zeigt auch, dass das Bedürfnis der Bevölkerung nach wie vor gross ist, Kunststoffe aus Haushalten separat zu sammeln und diese sowohl dem stofflichen Recycling (über 50 Prozent) als auch der thermischen Verwertung zuzuführen.

Gebührenpflichtiger Sammelsack

Bei den gemischten Kunststoffen aus Haushaltungen handelt es sich um einen klassi-schen Siedlungsabfall, welcher in den Monopolbereich der Gemeinden fallen - vergleichbar mit anderen Recyclingstoffen wie beispielsweise Altpapier oder Altglas. Während beispielsweise für Glas- oder PET-Flaschen bereits beim Verkauf eine sogenannte „vorgezogene Entsorgungsgebühr“ (VEG) erhoben wird, erfolgt die Finanzierung der gemischten Kunststoffsammlung wie beim Kehricht über eine Sackgebühr. Mit den Gebühren werden insbesondere die Sammellogistik, die Sortierung, die Zuführung des verwendbaren Materials in die stoffliche Wiederverwertung sowie die thermische Behandlung der nicht verwertbaren Reststoffe und Verschmutzungsanteile finanziert. Das Sammelgebinde kostet mit zwei Franken für einen 60-Liter-Sack und 1.40 Franken für einen 35-Litersack allerdings etwas weniger als ein Kehrichtsack gleicher Grösse.

Erhältlich ist der KUH-Bag an den meisten üblichen Verkaufsstellen für Kehrichtsäcke. Anders als beim Kehrichtsack erfolgt die Materialrücknahme jedoch über ein Bringsystem. Wenn der Sammelsack gefüllt ist, kann man ihn an die Sammel- und Rückgabestellen in den beteiligten Gemeinden zurückbringen. Eine aktuelle Liste der Verkaufs- und Rücknahmestellen findet sich auf der Webseite www.kuh-bag.ch.

Zertifiziertes Sammelsystem

Nach dem einheitlichen Standard der Kunststoff-Charta Schweiz und der Methode der Empa nimmt der KUH-Bag gegenwärtig an der Pilotzertifizierung teil. Damit sollen jederzeit die Vorgaben für Umwelt und Transparenz gemäss dem vom Verein «Schweizer Plastic Recycler» entwickelten Branchenstandard erfüllt werden. Mit dem neuen Label der Schweizer Branche der Plastic Recycler sollen somit Transparenz, Glaub-würdigkeit und die Erhöhung der Qualität als Hauptziele erreicht werden.

Welche Kunststoffabfälle werden gesammelt?

Gesammelt werden alle Kunststoffverpackungen, die in einem Haushalt anfallen. Auch Blumentöpfe, Eimer und Kanister sind für das Recycling gut geeignet. Damit bei der stofflichen Verwertung keine Qualitätseinbussen resultieren, sollten jedoch die Verpackungen entleert sein und insbesondere keine Lebensmittelabfälle mehr enthalten.Nicht geeignet sind Spielzeuge, Rohre, Schläuche, da diese oft aus verschiedenen, teilweise auch nicht stofflich verwertbaren Kunststoffen zusammengesetzt sind. Ebenfalls ungeeignet sind alle PVC-Produkte. Auch Verbundverpackungen, also Verpackun-gen aus verschiedenen Materialien gehören nicht in den Kunststoffsack. Dazu gehört auch die Fleischverpackung, bei der zusätzlich auch hygienische Gründe für eine Entsorgung über den Kehricht sprechen.

ZAB