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30.07.2020
31.07.2020 17:19 Uhr

Garage wird Festlokal: Moto- statt Mottoparty

Motosportlich angehauchte Köstlichkeiten sind zwar nich schlecht, aber eine rennsportliche Garagenparty benötigt mehr. ( Bild: Adobe)
Feiern können Haus und Wohnung ziemlich belasten. Wer jedoch eine Garage besitzt, kann diese als Partylocation der motorsportlichen Extraklasse nutzen – es braucht nur die richtige Dekoration.

15‘772 Einwohner hatte Herisau bei der jüngsten Erhebung 2019. Das sind 15‘772 Geburtstage, 15‘772 Gäste für Silvesterfeiern, eine erhebliche Anzahl an Hochzeits- und Jahrestagen – ohne all jene, die im Umland und im ganzen Kanton hinzukommen. Im Klartext: Jeder von uns hat im Jahresverlauf manche Gelegenheiten, zu denen es sich gebührt, Gäste einzuladen und mit ihnen zünftig zu feiern. Doch warum immer nur auswärts oder in der guten Stube? Denn so sehr wie sich Mottopartys in den vergangenen Jahren ausgebreitet haben, bietet sich in der heimischen Garage die perfekte Möglichkeit, eine „Motoparty“ zu feiern und die Notwendigkeiten der Location zur Stärke zu machen. Mit kreativer Deko wirkt das nicht nach Verlegenheitslösung, sondern dem exakten Gegenteil – auch, aber definitiv nicht nur für Kinder. Doch was braucht es dazu?

1. Heisser Asphalt für den Boden

Woraus besteht normalerweise der Boden einer Garage? Manchmal mit Fliesen bedeckt oder mit Flüssigkunststoff überzogen – in allen Fällen hat das nur wenig mit motorsportlichem Flair zu tun, wie es für diese Party nötig ist.

Doch das lässt sich beheben. Es braucht dazu nur günstigen PVC-, Linoleum- oder Vinylbodenbelag, zu finden in Einrichtungshäusern und Baumärkten als Rollenware ähnlich wie Teppich – und auch nach der gleichen Vorgehensweise zu verlegen.

Aber: Das Bodenmaterial muss natürlich schwarz sein, asphaltschwarz, um genau zu sein. Und mit dem Auslegen allein ist es noch nicht getan. Für den nächsten Schritt wird weisses Faserklebeband benötigt. Das wird nun zu passenden Markierungen für „Fahrbahn“ und „Boxengasse“. Tipp: Auf diese Weise können gleichermassen auch die Aufstellzonen für (Steh-)Tische und Bänke sowie der Tanzbereich markiert werden.

2. Historisches für die Wand

Egal ob es die lange und hocherfolgreiche eidgenössische Tradition des Bergrennfahrens ist oder ob man die weltberühmte Rallye des Alpes heranzieht: Die Schweiz kann trotz des seit vielen Jahrzehnten bestehenden Verbots von Rundstreckenrennen auf eine lange und reichhaltige motorsportliche Tradition zurückblicken – abgesehen davon, dass es mit Nürburgring, Le Mans, Monte Carlo oder dem Col de Turini auch rings um uns nur so vor klangvollen Namen und damit verbundenen Veranstaltungen wimmelt.

Und vor allem in früheren Jahren gehörten zu diesen Veranstaltungen wundervolle, geradezu künstlerisch hochwertige Plakate. Sie im Original zu finden ist schwer (und teuer). Allerdings finden sich im Netz hochauflösende Digitalversionen (Tipp: Wikimedia Commons, die zur Wikipedia zugehörige Bilderseite). Sie herunterzuladen ist der erste Schritt. Der nächste besteht darin, sie wieder zu einem hochglänzenden Wandschmuck zu machen – indem sie vom Profi als Plakat ausgedruckt werden. Dann braucht es nur noch doppelseitig klebende Aufhänger und die nackte Garagenwand wird zum geradezu historischen Bilderalbum

3. Griffiges für die Stehtische

Stehtische gehören zu einer Party einfach dazu und gehören deshalb in vielen Haushalten zum vorrätig gehaltenen Mobiliar. Allerdings sind Stehtische nicht eben dekorativ – weshalb sich seit einigen Jahren jene sogenannten Hussen rasend schnell verbreiteten, welche die Tische mit etwas Stoff weniger „rustikal“ machen.

Allerdings wird jede örtliche Autogarage, ferner Schrott- und Reifenhändler gern für wenige Franken (wenn überhaupt) dabei behilflich sein, eine andere Form der Dekoration anzuwenden. Denn es werden Altreifen benötigt. Im ersten Schritt werden diese an einer Waschstrasse gründlich gesäubert. Sind sie dann trocken, geht es los: Pneu um Pneu wird zu einem Turm aufgestapelt. Ist er so hoch wie der Stehtisch, wird dieser einfach dort hineingestellt.

Tipp 1: Handelt es sich um Reifen unterschiedlichster Durchmesser, bei denen auch im Reifenstapel die Beschriftungen der Flanken sichtbar sind, sollten diese mit einem weissen Stift oder ebensolchem Nagellack nachgezogen werden.

Tipp 2: Wenn es viele Tische gibt, können einige Reifentürme mit roter und weisser Farbe ähnlich markiert werden, wie es bei Rennstreckenbegrenzungen nach wie vor üblich ist.

4. Öliges zum Trinken

Der Charme alter Blech-Öldosen lässt sich per Drucker kinderleicht auf Getränkedosen – und kleine Bierfässer – übertragen. (Bild: unsplash)

Flasche? Oder lieber per Glas aus dem Zapfhahn? Normalerweise will vor einer Party auch die Frage nach der Verpackungsart der Getränke gestellt werden – nicht jedoch bei der Motoparty. Da sollte es Getränkedosen geben. Aus einem einfachen Grund:

In früheren Zeiten, bevor Kunststoffkanister aufkamen, wurden Motor- und Getriebeöl in grossen und kleinen Blechdosen verkauft. Deren Look lässt sich auf ganz simple Art und Weise nachahmen, wenn ein Computer und ein Drucker vorhanden sind:

  1. Abermals aus dem Netz werden die Logos von diversen Schmier- und Kraftstoffmarken heruntergeladen (Tipp: Je eine für jede servierte Getränkekategorie).
  2. Dann werden Höhe und Umfang der Getränkedosen gemessen (bei einer 0,33 Liter Dose sind es 11,5 Zentimeter Höhe und 20,8 Zentimeter Umfang).
  3. Die Logos werden so in ein Schreibprogramm eingefügt, dass sich ein Rechteck mit den erwähnten Abmessungen ergibt.

Dann heisst es nur noch auf dünnes Papier ausdrucken und ausschneiden. Die Streifen werden um alle Dosen gewickelt und am Blech mit etwas Kleber fixiert, fertig ist die Öldose mit trinkbarem Inhalt.

5. Ver-/Bekleidungen für die Gäste

Die genannten Punkte, dann vielleicht noch Fahnen im Schwachbrettmuster, Modellautos und dergleichen… es wäre schon ziemlich schade, wenn in einer derart liebevoll dekorierten Garage nun alle Gäste in ihrem normalen Outfit zum Feiern zusammenkämen – auch wenn natürlich klar sein muss, dass sicherlich nicht jeder einen feuerfesten Rennanzug, Helm und Co. zuhause in seinem Kleiderschrank hat.

Allerdings ist das auch gar nicht nötig – denn immerhin gibt es ja abermals in den Baumärkten (ferner dem Internet) Einweg-Maleroveralls zu kaufen; je nach Anbieter sogar in den unterschiedlichsten Farben.

Für jeden Partygast einen davon zu besorgen kostet nicht die Welt – und abermals mit nichts mehr als farblich passendem Klebeband lassen sich darauf auch noch Namen, Startnummern und Ähnliches aufbringen. Und werden die Overalls eine Nummer grösser bestellt, kann auch jeder mit seinen normalen Strassenkleidern hineinschlüpfen.

Positiver Nebeneffekt: Niemand muss sich davor sorgen, seine Kleider mit Ketchup- und ähnlichen Flecken zu verunzieren, die bei Partys leider ebenso dazugehören.

Tipp: Natürlich bietet sich eine derartige Verkleidung in besonderem Mass für ein schönes Gruppenbild als Erinnerungsfoto an.

herisau24.ch