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Lifestyle
03.09.2020
03.09.2020 13:16 Uhr

Sportlich in den Bergen unterwegs

Wir haben Tipps und Ratschläge für Mountainbike-Einsteigerinnen und -Einsteiger zusammengestellt.

Schon seit jeher nutzen Bergsportler das Rad, um sich in Höhenlagen besser fortzubewegen. Spätestens mit der Entwicklung des Mountainbikes in den 1970er Jahren gewannen die Räder zusätzlich an Popularität. Es ist die Mischung aus Naturerlebnissen und körperlicher Anstrengung, die immer mehr Menschen dazu bewegt, auf ein Mountainbike zu steigen. Inzwischen ist der Mountainbike-Sport im deutschsprachigen Raum neben Joggen und Wandern die beliebteste Sportart. Aller Begeisterung zum Trotz möchte das Fahren wohlüberlegt sein. Meister fallen bekanntlich nicht vom Himmel, und nicht jeder ist der Typ fürs Mountainbiken. Was sollten wir Ostschweizer, die auf ein Mountainbike steigen wollen, also beachten?

Voraussetzungen prüfen

Obgleich Mountainbiken eine relativ junge und umweltverträgliche Sportart ist, hat sie keine Altersbegrenzung. Prinzipiell kann jeder, der sich fit genug fühlt, mit dem Sport beginnen. Jeder Interessierte sollte jedoch hinterfragen, ob der Sport wirklich etwas für ihn ist. Wer gerne draussen in der Natur ist, keine Höhenangst hat und bereits Velo fährt, bringt gute Voraussetzungen mit. Auch Menschen, die gerne gemeinsam mit anderen Gruppensport betreiben, könnte Mountainbiking Spass bereiten. Nicht zuletzt kommt der Sport für Aktive infrage, die gerne schnell unterwegs sind und es mögen, den eigenen Körper herauszufordern.

Ausrüstungsbasics zum sicheren Mountainbike fahren

Mountainbikesport verzeichnet, ähnlich wie Camping-Aktivitäten im Freien, seit Jahren innerhalb der Schweiz wachsenden Zuspruch. Gleichwohl ändern sich in diesem Sport zunehmend die befahrbaren Routen. Früher waren Mountainbiker vor allem auf bestehenden Wegen unterwegs. Heute wagen sie sich, wie eine Leitlinie für Mountainbikestrecken zusammenfasst, oftmals auf waghalsige Abfahrtspisten und unebenes Gelände. Dabei gilt es, die regional teils unterschiedlichen Regeln zu beachten und auf andere Nutzer der Wege und des Geländes Rücksicht zu nehmen.

Um sich auch in turbulenten Situationen vor Verletzungen zu schützen, ist das richtige Equipment unabdingbar. Anfänger sollten sich daher rechtzeitig beispielsweise um einen luftigen oder geschlossenen Halbschalenhelm bemühen. Vor der Fahrt gilt es darauf zu achten, dass das Kinnband richtig anliegt und der Helm einen festen Sitz hat. Vor fliegenden Steinchen und Ästen schützt eine Sportbrille. Für weite Strecken können zusätzlich eine Radhose mit Einsatz aus Schaumstoff oder Gel sowie ein grosser Rucksack sinnvoll sein. Um den Lenker fest in Griff zu behalten, helfen rutschfeste Handschuhe.

Das passende Mountainbike kaufen

Neben dem Equipment gehört ein stabiles Mountainbike von hervorragender Qualität zum Sport in den Bergen. Welches Bike sich für die Fahrten eignet, hängt stark mit den individuellen Wünschen des Fahrers zusammen. Für Einsteiger, die sich zunächst vorsichtig mit dieser Sportart vertraut machen möchten, könnte ein preiswertes Mountainbike in Betracht kommen. Frauen können mittlerweile sogar von Damen-Mountainbikes, die von Hand zusammengebaut sind, profitieren. Vor einer endgültigen Entscheidung steht ebenfalls die Frage nach der Art des Mountainbikes im Raum

Einsteiger haben hierbei die Wahl zwischen einem Hardtail oder einem Full Suspension Bike. Letztere sind schwerer und weisen einen höheren Einstiegspreis auf. Meistens benötigen diese Bikes erheblich mehr Wartungsarbeiten als die Hardtails. Dafür bieten die Full Suspension Bikes ihren Fahrern einen deutlich grösseren Bewegungsspielraum und höhere Geschwindigkeiten. Bei den Überlegungen sollte das eigene Heimatgebiet in jedem Fall einbezogen werden. Schliesslich kommt es darauf an, welche Fahrmöglichkeiten die eigene Umgebung für das Mountainbike bereithält. Eine Ausnahme bilden Marathonrennen, in denen sich ein Hardtail als das bessere Produkt erweist.

Eine weitere, wichtige Entscheidung betrifft die Pedale. Für Anfänger ist es wichtig, zunächst ein Gefühl für beide Pedalsysteme zu bekommen. „Flatpedale“ können für Anfänger einfacher zu steuern sein, da sich der Fuss sehr schnell herunternehmen lässt. Klicks hingegen bieten beim Berghochfahren dank ihrer festen Verbindung zwischen Pedal und Füssen Sicherheit. Sie gewährleisten rutschfestes Treten und übertragen die Kräfte effektiver.

Geht es um eine saubere Fahrtechnik, sind Flats hingegen die bessere Wahl. Grundsätzlich können sich Anfänger einfach an der Höhe orientieren: Geht es bergauf, benötigen sie Klicks. Überwiegt indes das Bergabfahren, erweisen sich Flatpedale als effizientere Lösung. Einen Königsweg gibt es hierbei allerdings nicht. Daher sollten sich Einsteiger stets Zeit lassen und idealerweise beide Pedalvarianten unabhängig voneinander ausprobieren. Wichtig: Clickpedal-Fahrer brauchen zusätzlich passende Schuhe mit flachen Sohlen.

Bei den Reifen hat sich eine Grösse von 27,5 Zoll etabliert. Sie sind für Einsteiger ideal, während Fortgeschrittene oft auch 29 Zoll grosse Räder, die schnelleres Fahren ermöglichen, benutzen. Der Reifendruck richtet sich nach dem Körpergewicht und dem Material aus. Bei 27, 5 Zoll liegt er normalerweise zwischen 1,8 und 2,7 bar.

Allgemeine Tipps für Mountainbike-Anfänger

  • Um die Grundlagen zu erlernen, kann ein Fahrtechnikkurs sinnvoll sein. Insbesondere am Anfang ist es ratsam, Hilfe anzunehmen und das eigene Können nicht zu überschätzen.
  • Zu zweit oder in einer grösseren Gruppe bereitet das Mountainbiken oftmals doppelt so viel Freude. In vielen Gemeinden besteht die Möglichkeit, Vereinen beizutreten oder an beliebten Strecken auf Gleichgesinnte zu treffen.
  • Zum Mountainbiken gehört auch ein gewisses Risikomanagement. Typische Gefahren bleiben in der Natur nicht aus. Um sich bestmöglich vorzubereiten, empfiehlt sich beispielsweise ein Erste-Hilfe-Kurs. Manchmal macht es Sinn, das Gelände zunächst zu Fuss zu erkunden. So können sich ambitionierte Fahren bereits vorab auf mögliche Gefahrenquellen einstellen. Diese Vorgehensweise hilft beispielsweise dabei, unebene Wege vorab kennenzulernen. Auch kann ein Spaziergang Hinweise darauf geben, ob im gewählten Gebiet Gefahr durch Wildtiere oder eine Insektenplage besteht.
  • Das A und O vor jeder Tour bleibt, das Bike zu inspizieren. Hierfür prüfen Mountainbiker vor dem Start die Schaltung, die Bremsen sowie alle Radteile. Sollte etwas lose sein, ist eine Reparatur angesagt.
Das Bergauffahren gelingt mit nach vorn gelehntem Oberkörper, der Druck auf das vordere Rad ausübt. Due Unterarme zeigen in Fahrtrichtung. Angewinkelte Ellenbogen sorgen für ein ausbalanciertes Gleichgewicht. (© CC0 )
herisau24.ch/jg