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Herisau
17.09.2020
22.09.2020 21:31 Uhr

„Beste Köpfe“ mit Dalith Steiger im Casino Herisau

Selbstfahrende, intelligente Autos oder Maschinen und Computer, die gegen die Menschheit aufbegehren, das sind Visionen, welche uns in Filmen wie «Transformers» präsentiert werden. Auf der anderen Seite hat die schier endlose Technik immer noch ihre Grenzen, wie im Film «Hidden Figures» nebenbei aufgezeigt wird. Genau diese Möglichkeiten, Chancen, Grenzen und Gefahren von künstlicher Intelligenz wurden am 16.09.2020 anlässlich der Veranstaltungsreihe «Beste Köpfe» im Casino Herisau thematisiert.

Regierungsrat Dölf Biasotto begrüsste die zahlreich erschienenen Zuschauerinnen und Zuschauer und weckte Neugier auf das Referat. Er stellte sich gar die Frage, wie es wohl wäre, wenn an den Regierungsratssitzungen in Zukunft auch noch eine Maschine mitwirken würde.

Als Referentin informierte Dalith Steiger, Mitbegründerin von SwissCognitive und Expertin auf dem Gebiet künstliche Intelligenz und maschinelles Lernen, die Interessierten über die Welt der künstlichen Intelligenz. Dalith Steiger führte die Besucherinnen und Besucher anhand von gut verständlichen Alltagsbezügen in die Chancen, die momentanen Grenzen und Komplexitäten von künstlicher Intelligenz ein. Schnell wurde klar: «there is no magic» - Künstliche Intelligenz ist keine Zauberei. So werde künstliche Intelligenz von Fahrzeugkameras schon heute für die Städteplanung eingesetzt. Eine andere Anwendung gebe es in der Pflege von alten und betagten Personen. Ja, auch in der momentanen Covid-19 Thematik kommt künstliche Intelligenz zum Einsatz, beispielsweise, um Oberflächen zu erkennen, welche von besonders vielen Menschen berührt werden.

Anschliessend an das Referat wurde die Thematik der künstlichen Intelligenz in einer durch Stefan Schmid geleiteten Podiumsdiskussion aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. Diakon Stefan Staub verdeutlichte, dass die künstliche Intelligenz sicher kommen werde und Nutzen für uns Menschen bringen wird. Dennoch dürfe der Mensch als ganzheitliches Wesen, das nicht über einen Algorithmus erfasst und gesteuert werden kann, nicht in Vergessenheit geraten. Aus dem Gesundheitssektor berichtete Christoph Roth von seinen Erfahrungen in der Orthopädietechnik – vor allem im Bereich der bionischen Steuerung, d.h. wenn ein künstliches Körperteil vom natürlichen Nervensystem gesteuert werden soll. Auch bei diesen Prozesse werden künstliche Intelligenzen eingesetzt. Aber auch dort braucht es den Willen und das Vertrauen der betroffenen Person in die Technik. Und speziell dürfe in der Medizin bei der Kluft zwischen Möglichkeiten und finanziellen Aspekten der Mensch nicht vergessen werden. Dalith Steiger nahm speziell die Schweiz, als neutrales Land, in die Pflicht, zwischen den verschiedenen Ländern in puncto künstliche Intelligenz zu vermitteln und Diskussionen anzustossen. Wie können wir technische Lösungen so nutzen, dass wir uns dadurch Platz für zwischenmenschliche Beziehungen und Begegnungen schaffen können und nicht umgekehrt.

bb