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Wirtschaft
25.12.2020
26.12.2020 12:56 Uhr

Aktienbörse: Mutiertes Virus sorgt für Aufregung

Christopher Chandiramani blickt aufs Börsenjahr 2020 unter Corona zurück: «Nach einem Kurssturz im Frühjahr von fast einem Viertel setzte eine rasche Gegenbewegung ein.»
Ein mutiertes, offenbar aggressiveres Corona-Virus in Grossbritannien sorgte kurz für Unruhe an den Märkten. Die verkürzte Handelswoche begann zwei Prozent tiefer, später kam es zu einer Beruhigung.

In der Schweiz haben die Covid-19-Impfungen begonnen, das gibt Hoffnungen auf eine allmähliche Normalisierung der Lage.

Die gegenwärtigen Massnahmen gegen die Ausbreitung der Krankheit sind immer noch Lockdown-ähnlich, wie im Frühjahr: geschlossene Restaurants, teilweise auch Läden und Skipisten. Das heisst auch Feiertage nur im kleinsten Familienkreis.

Grosszügige staatliche Hilfspakete lassen jedoch auf eine rasche Erholung der Wirtschaft hoffen. Die Experten erwähnen eine Normalisierung ab etwa Mitte 2021.

Die Weihnachtswoche an der Börse endete versöhnlich bei kleinem Volumen und nur wenigen Unternehmensnachrichten. Am 24. und 31. Dezember sind Börsenfeiertage.

Rückblick 2020: Nicht nur Corona

Das bald vergangene Jahr brachte uns viel Negatives.

Misslungen ist bis jetzt auch der Brexit. Vier Jahre nach der Volksabstimmung in Grossbritannien gibt es immer noch keinen Vertrag mit der EU über einen geordneten Austritt. Auch das Schweizer Rahmenabkommen mit Europa ist noch weit entfernt, nicht konsensfähig, schon fast eine Totgeburt.

Viel schlimmer ist die Pandemie, die uns schon viele Monate begleitet. Bereits ab März erwähnte man die Krankheit namens «Corona» oder «Sars-Covid-19». Möglicherweise hat sie ihren Ursprung in China, in der Stadt Wuhan, und wurde übertragen durch Tiere. Sie hat sich über die Reisetätigkeit rasch weltweit verbreitet.

In einer ersten Welle über Ostern wurde in ganz Europa die Wirtschaft angehalten («Lockdown»), der Flugverkehr gestoppt, der gesamte öffentliche Verkehr reduziert, alle Schulen und Restaurants geschlossen, sowie auch Ladengeschäfte, ausser für Lebensmittel, Postfilialen und Banken. Von den Behörden wurde Home-Office angeordnet.

Die wirtschaftlichen Folgen waren verheerend, der grösste Wachstumseinbruch seit der Ölkrise von 1973. Staatliche Hilfe soll Ausgleich schaffen, speziell für die betroffenen Branchen wie Tourismus, Gastgewerbe, Sport und Events usw.

Über die Details der Unterstützung ist sich die Politik noch nicht einig. Kredite, Arbeitslosenhilfe sowie Steuerausfälle könnten den Staat zwei- bis dreistellige Milliardenbeträge kosten.

Die gegenwärtige 2. Welle über Weihnachten dürfte nochmals einen massiven Kostenschub verursachen. Aber eine bereits eingesetzte Erholung der Konjunktur in Asien und den USA stimmt zuversichtlich.

Gewinner und Verlierer des Börsenjahres 2020

Die Aktienbörsen haben sich erstaunlicherweise gut erholt.

Nach einem Kurssturz im Frühjahr von fast einem Viertel setzte eine rasche Gegenbewegung ein, dank ultra-expansiver Notenbankpolitik, Staatshilfe, vor allem in den USA, und einer überdurchschnittlichen Kursentwicklung in den Bereichen Pharma (Merck, Pfizer, Biontech, Moderna), Technologie (Netflix, Apple, Facebook), Internethandel (Amazon), teilweise auch Banken (Finanzdienstleiter Paypal).

Jedoch sind die Airlines (Lufthansa, Tui, Delta, Flugzeughersteller Boeing, Airbus) und auch diverse Erdölwerte die Verlierer des Jahres 2020.

In der Schweiz sind dieses Jahr die grössten Gewinner: Apotheke zur Rose, Swissquote, Bachem und Also Holding, Givaudan, Ems-Chemie und Geberit. Zu den grössten Verlierern gehören Dufry, Aryzta, Lastminute, aber auch bei den Versicherungen Helvetia, Swiss Re und Swisslife gab es Kursverluste.

Christopher Chandiramani, Börsenanalyst und freier Mitarbeiter Herisau24