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Lifestyle
13.01.2021

Ein Buch, das aus der Krise helfen soll

Mit ihrem Buch «Fang den Augenblick ein» zeigt Beatrice Marty Möglichkeiten auf, wie man sich dank Fokussierung auf seine eigene Energie aus der «Schockstarre» löst und wie dies auch in anderen Krisen helfen kann. (Bild: Andreas Knobel)
Beatrice Marty, Mentaltrainerin und Astrologin aus Wangen, hat mit «Fang den Augenblick ein» ihr erstes Buch veröffentlicht. Die Pandemie gab zwar den Ausschlag, es soll aber mehr als ein «Corona-Buch» und auch bei späteren Krisen anwendbar sein.

mit Beatrice Marty sprach Andreas Knobel

Corona ist uns seit nicht einmal einem Jahr ein Begriff und dennoch sind schon unzählige Bücher darüber oder eher dagegen geschrieben worden. Was hat Sie dazu bewogen, ebenfalls so schnell aktiv zu werden?

Ich bin während des Lockdowns wie so viele in eine noch nie erlebte Schockstarre geraten. Allerdings hat mich nicht Corona selber schockiert, sondern das Verhalten der Menschen. Und da ich schon längere Zeit im Hinterkopf hatte, ein Buch zu schreiben, war dies die passende Gelegenheit. Im Buch geht es also nicht nur um Corona, sondern um das Leben und wie wir es anpacken. Es soll auch Gültigkeit haben, wenn uns ein anderes Thema bedrückt.

Würden Sie «Fang den Augenblick ein» als Ratgeber bezeichnen?

Ratgeber tönt so nach Zwang – folge meinem Rat, dann kommt alles gut. Das soll es nicht sein. Es ist eher ein Anstoss, eine Ermunterung, das Bewusstsein zu erweitern – nennen wir es ein «Möglichkeiten-Buch».

Anhand Ihres Buches lassen Sie sich schwerlich in «Pro oder Kontra Corona» einteilen. Das war wohl Ihre Absicht?

Ja, denn es geht um die aktuell grösste Herausforderung, die Spaltung der Gesellschaft. Deshalb gibts für mich kein «Pro oder Kontra», ich bin weder dafür noch dagegen. Wichtig ist, was die Situation bedingt und was wir daraus lernen können. Das Schlimmste dabei ist, dass wir nicht sagen können, wann das Ganze ein Ende hat.

Diese Zweiteilung der Gesellschaft ist zurzeit omnipräsent.

Ja sehr! Ohne nun für oder gegen das Maskentragen zu sein – aber diese Maske trennt uns zusätzlich, als ob man für den anderen Menschen eine Gefahr darstelle. Auch bei der freien Meinungsäusserung steht zurzeit die Trennung im Vordergrund. Entweder ist man ein Angstmacher oder ein Verharmloser, es scheint nichts dazwischen zu geben.

Kann Ihr Buch diese Teilung ansatzweise überbrücken?

Ja, es soll eine Brücke schlagen. Weil man sich nicht mehr für ein Ja oder Nein entscheiden muss, sondern weil man darüber steht. Es gibt keine richtige und keine falsche Meinung mehr. Von dieser Warte aus kann ich auch eine andere Meinung akzeptieren. Und Meinungen basieren ja immer auf Erfahrungen und Ängsten.

Das heisst, Sie sehen die Coronakrise auch als Chance?

Sogar eine sehr grosse Chance!

Können Sie Ihren Ansatz, wie wir das Beste aus der schlechten Situation machen können, ganz knapp umreissen?

Das Wichtigste ist, im Jetzt zu leben. Denn im Jetzt haben wir kein Problem. Die Zukunft jedoch macht uns Angst, die Vergangenheit macht uns traurig. Wenn wir aber bewusst im Augenblick leben, werden wir weder von der Zukunft noch von der Vergangenheit abgelenkt und fremdgesteuert.

Welche praktischen, kurzen Tipps könnten Sie Menschen mitgeben, welche sich kaum mit Ratgeberbüchern abgeben?

Ausser dem Tipp, im Augenblick zu leben, empfehle ich, nicht zu allem eine Meinung zu haben, nicht alles zu kommentieren. Wir denken immer, wir müssten alles verstehen. Aber man kann etwas auch einfach stehen lassen, ansonsten verlieren wir dabei viel zu viel Energie. Im Zentrum, bei sich bleiben, wäre ein weiterer Tipp, im Fokus haben, was wir wollen und nicht, was wir nicht wollen. Sobald ich etwas annehme, was ich nicht ändern kann, verliere ich keine Energie mehr daran.

Das Buch im Buchhandel erhältlich.

Andreas Knobel