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Lifestyle
09.02.2021
11.02.2021 17:57 Uhr

Baldrian, MGO und CBD: Alternative Hausapotheke

Viele Beschwerden klingen ab, wenn man sich etwas Ruhe gönnt. (Bild: pixabay.com, silviarita)
In jedem Haushalt sollte eine Hausapotheke vorhanden sein, die die wichtigsten Präparate für den Notfall und die kleinen Wehwehchen des Alltags bereithält. Dieser Beitrag liefert einen Vorschlag, wie eine Hausapotheke aussehen kann, die auf alternative Mittel zurückgreift und ohne gängige Tabletten auskommt.

Hausapotheke einrichten: Wo ist der richtige Platz?

Viele Haushalte verfügen über eine Hausapotheke in der Küche oder Badezimmer. Doch beide Orte sind keine gute Wahl. Feuchtigkeit und starke Temperaturschwankungen können die Präparate und deren Wirkung beeinträchtigen. Manche Medikamente verlieren ihre Wirkung und Apotheker weisen darauf hin, dass sich schlimmstenfalls sogar giftige Abbauprodukte bilden können. Im Optimalfall wird die Hausapotheke an einem dunklen, kühlen und trockenen Ort aufbewahrt. Dies könnte zum Beispiel im Schlafzimmer, in einer Abstellkammer oder im Flur sein.

Hausapotheke für Kinder nicht zugänglich halten

In einem Haushalt mit Kindern muss die Hausapotheke so aufbewahrt werden, dass diese nicht ungehindert drankommen können. Zu gross ist die Gefahr, dass Medikamente, Hilfs- und Verbandsmittel zweckentfremdet werden.

Nur nicht rezeptpflichtige Medikamente aufnehmen

In der Hausapotheke sollten ausschließlich Präparate lagern, die nicht rezeptpflichtig sind. Schwere Blutdruckmittel oder Insulinpräparates beispielsweise gehören keinesfalls in die Hausapotheke, da sie in der Regel von mehreren Personen genutzt wird. Schließlich sind verschreibungspflichtige Medikamente für eine bestimmte Person gedacht. Sollte es versehentlich zu Verwechslungen kommen, kann das schlimme Konsequenzen nach sich ziehen.

Tipp: Ist das Ende der Therapie mit rezeptpflichtigen Medikamenten erreicht, sollten diese ordnungsgemäss entsorgt werden. Ausserdem sollten Tierarzneimittel getrennt von der menschlichen Hausapotheke verwahrt werden.

Notfallnummern aufschreiben

In der Hausapotheke ist der richtige Platz für die Notfallrufnummern. Es klingt zwar etwas banal, doch unter Stress kann es geschehen, dass Betroffene sich an eine einfache Nummer nicht mehr erinnern können. Oben auf der Liste stehen die 112 und die 144. Danach folgen die Telefonnummern des ärztlichen und des zahnärztlichen Bereitschaftsdienstes. Auch die zentrale Nummer des Apothekennotdienstes, die Nummern des Hausarztes und Homöopathen bzw. Naturheilkundlers dürfen nicht fehlen. Ein Merkblatt mit einer Erste-Hilfe Anleitung ist ebenfalls empfehlenswert.

CBD-Öl gehört zu den Präparaten, die ein breites Anwendungsspektrum aufweisen. (Bild: pixabay CBD-Infos-com) Bild: : pixabay.com © CBD-Infos-com

Allrounder, die in keiner Hausapotheke fehlen dürfen

Manche Präparate dürfen in keiner alternativen Hausapotheke fehlen, weil sie einen breiten Anwendungsbereich aufweisen. Dazu gehören CBD-Öl, Nux vomica und Rescue-Tropfen.

CBD-Öl

CBD ist die Abkürzung für Cannabidiol. Es findet sich in Cannabis. Cannabis hat über 500 Inhaltsstoffe, die wichtigsten sind THC (Tetrahydrocannabinol) und CBD. CBD ist nicht psychoaktiv, hier muss sich niemand Sorgen machen. Aber es hat ein enormes medizinisches Potenzial. Derzeit wird CBD hinsichtlich der medizinischen Anwendung intensiv untersucht. Die bereits aufgespürten möglichen Anwendungsbereiche sind vielfältig und liegen in erster Linie in den Bereichen Entkrampfung, Entzündungshemmung und Angstlösung:

Kopfschmerzen, Gelenkschmerzen, Magenkrämpfe und Periodenbeschwerden, Hautirritationen wie Neurodermitis und Akne, Juckreizlinderung, Übelkeit und Erbrechen, Schlafstörungen, Stress und innere Unruhe

Das Präparat gibt es in unterschiedlichen Darreichungsformen wie zum Beispiel als Paste, Pille, Kapsel, Creme, Tinktur oder CBD-Öl.

Nux vomica

Nux vomica ist die lateinische Bezeichnung für Brechnuss. Dieses homöopathische Mittel hilft vor allem Menschen, die sich erschöpft fühlen und häufig unter Stress stehen. Zudem hilft es gegen Völlegefühl und Sodbrennen, bekämpft Durchfall und Erbrechen. Außerdem lässt sich das Mittel bei Erkältungskrankheiten sowie Magenkrämpfe einsetzen. Das Präparat kommt in Form von Globuli und ist nicht verschreibungspflichtig. Wer sich für eine Hausapotheke rein aus homöopathischen Mitteln interessiert, findet in dieser homöopathischen Taschenapotheke eine Empfehlung. Nux vomica wird empfohlen, wenn folgende Beschwerden vorliegen:

Verstopfung, Magenverstimmung, Magenkrämpfe, Übelkeit, Sodbrennen, Periodenschmerze, Blähungen, Reizbarkeit, Schnupfen und Erkältung, Zahnschmerzen, Schlaflosigkeit, Schwindelgefühle, Kopfschmerzen und Migräne

Rescue-Tropfen

Rescue-Tropfen bestehen aus einer Kombination fünf unterschiedlicher Blütenessenzen nach der Originalrezeptur von Dr. Bach. Enthalten sind Kirschpflaume, Weiße Waldrebe, Drüsentragendes Springkraut, Gelbes Sonnenröschen und Doldiger Milchstern (Cherry Plum, Clematis, Impatiens, Rock Rose und Star of Bethlehem). Ziel der ist es und Menschen dabei zu unterstützen, ein seelisches Trauma oder eine extreme Ausnahmesituation besser zu bewältigen. Insofern lässt sich das Präparat als psychosomatisch wirksam beschreiben.

In erster Linie sorgt das Mittel dafür, dass Nervosität gemildert, Reizbarkeit und innere Anspannung gedämpft, Angstzustände und Panikattacken verhindert werden. Das Mittel gibt es als Pastille, Spray, Globuli oder als Tinktur. Es lässt sich in diesen Bereichen und Situationen einsetzen:

allergische Reaktionen, Asthma-Anfälle, Angst, Verletzung, Sportunfall, Panikattacke, Stress, Schockzustände, zur Vorbereitung auf große Herausforderungen (z. B. öffentliche Auftritte, Reden) beim Erhalt schlechter Nachrichten aus der Familie oder dem Beruf.

In Pflanzenteilen wie Blüten, Früchten, Stängeln und Blättern finden sich die aktiven pflanzlichen Stoffe in unterschiedlicher Konzentration. (Bild: pixabay.com Mareefe) Bild: pixabay.com © Mareefe

Inhalt der Hausapotheke

Der Inhalt der Hausapotheke orientiert sich am Bedarf der einzelnen Familienmitglieder. Es kann beispielsweise erforderlich sein, zwei unterschiedliche Präparate für Kopfschmerzen bereitzuhalten. Babys benötigen Zäpfchen, Kleinkinder sind mit anderen Darreichungsformen besser zu behandeln. Während der Schwangerschaft ist der Bedarf von Frauen anders als davor und danach. Ältere Menschen haben andere Bedürfnisse als Teenager – all das ist bei der Zusammenstellung der individuellen Hausapotheke zu berücksichtigen. Die folgende Auflistung dient zur Orientierung, um sich selbst eine passende Natur-Hausapotheke zusammen zu stellen.

  • Propolispräparat bzw. Manuka-Honig - wirkt antibakteriell, entzündungshemmend, fördert die Wundheilung auf der Haut und im Mund-/Rachenbereich, lindert Halsschmerzen
  • Ringelblumensalbe - begünstigt die Wundheilung
  • Teebaumöl - gegen Entzündungen und Viren, fungizide Wirkung auf der Haut, gegen Zahnschmerzen
  • Aloe Vera - mildert Juckreiz, beruhigt Entzündungen
  • Pfefferminzöl – lindert Kopfschmerzen, befreit den Atem
  • Lavendelöl – gegen Kopfschmerzen, wirkt schlaffördernd
  • Nelkenöl – lindert Zahnschmerzen
  • Salbeitee – zur Desinfektion, wirkt lindernd gegen Zahnschmerzen und Halsschmerzen
  • Tee aus getrockneter Weidenrinde - wirkt gegen Fieber und Schmerzen
  • Meersalz-Spray - beruhigt die Nase, lindert Schnupfen
  • Kohletabletten und Heilerde – gegen Durchfall
  • Flohsamenschalen - hilft gegen Verdauungsbeschwerden wie Verstopfung
  • Chilisalbe – gegen Muskelverspannungen, Rückenschmerzen, Gliederschmerzen
  • Schafgarbe, Beifuß – lindert Regelschmerzen
  • Kirschkernkissen und Wärmflasche – gegen Regelschmerzen, Magenkrämpfe, Übelkeit

Verbandmaterial und Hilfmittel

Zusätzlich sollte jeder Hausapotheke Verbandsmaterial und nützliche Hilfsmittel enthalten dazu gehören die folgenden Dinge:

  • Pflaster in verschiedenen Größen und Qualitäten (Blasenpflaster, Wundpflaster, Hühneraugenpflaster, Sprühpflaster)
  • Heilsalbe/Wundsalbe
  • sterile Kompressen
  • Mullbinden
  • Stützverband
  • Verbandsklammern
  • Fieberthermometer
  • Pinzette
  • Zeckenzange
  • Verbandsschere
  • Einmalhandschuhe
  • Desinfektionsmittel
  • unbenutzte Atemschutzmaske

Inhalt regelmässig prüfen und aufstocken

Der Inhalt der Hausapotheke sollte aufgelistet in regelmäßigen Abständen (zum Beispiel alle sechs Monate) auf Vollständigkeit überprüft werden. Manche Präparate sind bis dahin verbraucht, andere vielleicht abgelaufen. Auch der Bedarf innerhalb der Familie kann sich wie oben angesprochen über die Zeit ändern, so dass der Inhalt der Hausapotheke fortlaufend geprüft und angepasst werden muss.

Gesundheitsmagazin / jg