Home Region Sport Magazin In-/Ausland Agenda
Wirtschaft
21.02.2021
23.02.2021 11:20 Uhr

Dr. Gut: "Herr Berset, öffnen Sie endlich unsere Beizen!"

Bild: Portal24-Verbund
Der Bundesrat plant weitere Öffnungsschritte mit der Handbremse. Die Restaurants müssen ganz geschlossen bleiben – so lange, bis alle bankrott sind, Herr Bundesrat?
  • Kolumne von Dr. Philipp Gut

Am 1. März kehrt zumindest ein bisschen Normalität zurück. Die zwangsgeschlossenen Läden dürfen dann endlich wieder Kunden empfangen und Geld verdienen. Das ist auch bitternötig – für die Unternehmen, ihre Angestellten, aber auch für uns alle. Es gibt uns endlich wieder etwas Luft, sonst versticken wir noch unter diesem bleiernen Seuchenregime. 

Was reitet den Bundesrat?

Unverständlich bleibt, dass Restaurants und Bars mindestens bis im April zubleiben müssen. Dafür gibt es schlicht keine nachvollziehbare Grundlage: Die Ansteckungsraten in Lokalen mit Hygienekonzepten sind tief.

Als Bürger und Normalverbraucher fragt man sich unweigerlich: Was reitet den Bundesrat? Warum handelt er weiterhin so inkohärent und willkürlich?

Lieber verbieten als kreativ sein

Hinter die gesamte Lockdown-Strategie muss man ein dickes Fragezeichen setzen. Ihr Nutzen ist wissenschaftlich nicht erwiesen.

Wieso greifen dann die Regierungen praktisch rund um den Globus zu diesem brutalsten aller Mittel?

Vielleicht liegt es daran, dass es einfacher ist, Verbote auszusprechen als kreativ zu sein – zum Beispiel mit innovativen Testkonzepten, auf welche die Schweiz erst allmählich und zu wenig entschlossen setzt.

Die Politiker drücken sich vor dem Unangenehmen

Die Beliebtheit der autoritären Verbotsmanie hat aber sicher auch damit zu tun, dass sie den Regierunden erlaubt, sich vor der Verantwortung zu drücken. Verhängt man nämlich Massnahmen, auch wenn sie nichts nützen, kann nachher niemand kommen und die Politiker für das Unangenehmste – den Verlust von Menschenleben – verantwortlich machen.

Lieber drängeln sie ganze Volkswirtschaften zusammen, denen sie dann mit dem Geld der anderen, nämlich der Steuerzahler, notdürftig unter die Arme greifen. So können sie sich als Retter in einer Notlage profilieren, die sie selbst hervorgerufen haben.

Na dann, prost, Herr Bundesrat!

Dr. Philipp Gut schreibt auf dem Online-Verbund von Portal24 jede Woche eine Kolumne, die auf den 10 dem Verbund angeschlossenen Portalen jeden Sonntagmorgen publiziert wird. Philipp Gut ist Historiker, Bestsellerautor («Jahrhundertzeuge Ben Ferencz») und einer der profiliertesten Journalisten der Schweiz. Mit seiner Kommunikationsagentur Gut Communications GmbH berät er Unternehmen, Organisationen und Persönlichkeiten.

www.gut-communications.ch

Dr. Philipp Gut, Kolumnist Herisau24