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Lifestyle
11.03.2021

Immer öfter Pilzbefall bei Thuja

Diese Thuja-Hecke in Lachen weist kaum noch eine gesunde Pflanze auf. Bild: Johanna Mächler
Die zunehmende Trockenheit der vergangenen Jahre, haben auch den Thujas ­zugesetzt. In unserer Region serbeln auffallend viele Thuja-Hecken vor sich hin.

«Gartenfachleute bemerken die krankhaften Veränderungen seit Jahren», sagt Richard Hollenstein von der Gärtnerei in Lachen. «Die Schäden an Thuja-Hecken haben mit den trockenen Sommerzeiten zu tun, es fehlte an Niederschlägen und die Hitze war teils extremer.» 

Denn diese Heckenart hätte eigentlich gern einen feuchten Lebensraum. Zudem sollten die Pflanzen nicht allzu nahe beisammen gepflanzt sein. «Doch häufig wird die Thuja zur Sichtsperre. Wenn sie an einer Strasse steht, bedeutet dies, dass sie zusätzlich Hitze ertragen muss.» Ebenfalls weniger geeignet sich Böschungen mit durchlässigen Böden. Dies führe zur schnelleren Austrocknung des Bodens.

Pilze oberflächlich und im Boden

Zusätzlich machen sich seit einigen Jahren, wohl ausgelöst durch die klimatischen Bedingungen, auch einige Pilzerkrankungen bemerkbar. Rund 70 Prozent der Pilzbefälle sind Kabathina Triebsterben, Pestalothia Zweigsterben und die Schuppenbräune. Das Kabathina Triebsterben verursacht ein Absterben einzelner Triebe. 

Diese schadhafte und kranke Hecke wird im Frühling durch Sträucher ersetzt. Bild: Stefan Grüter

Im Frühling, ab Mai, brechen kleine dunkle Sporen hervor, die mit der Lupe erkennbar sind. Pestalothia hingegen ist ein Schwächeparasit. Dieser lässt die Triebspitzen vergilben, bevor diese braun werden. Die Pflanzen verkahlen von aussen nach innen. Diese Sporen sind gegenüber Trockenheit unempfindlich und leider das ganze Jahr vorhanden. 

Spritz- und Düngemittel vermeiden

Die Schuppenbräune ist ein Pilz, der dazu führt, dass einzelne Schuppen braun werden. Dies geschieht hauptsächlich von innen nach aussen. «Nur bei etwa 10 Prozent erfolgt die Ausbreitung des Pilzes über Sporen im Boden, man spricht da von pathogenen Pilzen», erklärt der Fachmann weiter. Die Infektion erfolge über schadhafte Stellen in den Wurzeln und trete eher als Folge einer gewissen Nässe auf, allerdings nur da, wo die Pflanze bereits angeschlagen ist. 

Aufgrund vieler Reglementierungen sei die Anwendung von Spritz- oder Düngemitteln kritisch zu betrachten. Zudem lohne sich die Bekämpfung nur, wenn man die Einflüsse, die zu einer Schwächung der Pflanze führten, beheben kann. Es ist immer ratsam, befallene Triebe zu entfernen und das Werkzeug zu desinfizieren.

«Um eine bestehende oder befallene Thujahecke zu unterhalten, muss jährlich viel Geld ausgegeben werden. Wir beraten daher öfter Kunden dahin, statt Thuja eine Vielfalt an Sträuchern zu pflanzen», so der Gärtnermeister. «Alternative Pflanzen haben den Vorteil der Biodiversität, auch bieten sie einen guten Sichtschutz an.» Diese Angebote würden gern und oft genutzt und seien letztlich eine Aufwertung des gesamten Gartenraums.

Johanna Mächler, Herisau24