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Sport
07.07.2021

Immer mehr Spitzensport-Anfragen

Gut gelaunt: Kurz vor den Sommerferien trafen austretendende Jugendliche auf neue Sportschüler. Bild: pd
Appenzellerland Sport geht mit einer Rekordzahl an Sportschülern ins neue Schuljahr und baut ein zweites Standbein auf.

Rund 70 Jugendliche werden ab August an den Partnerschulen der Sportlerschule Appenzellerland in Trogen, Herisau und Teufen unterrichtet. Sie gelten quasi als "Vollsportschüler". Von ihnen stammen etwa 25 aus ausserkantonalen Orten. "Das Gros kommt aus einer Entfernung, die von Teufen maximal 45 bis 60 Anfahrtsminuten beträgt", sagt Yves Zellweger, Leiter der Geschäftsstelle von Appenzellerland Sport.

Daneben nützen weit über 50 weitere Sportlerinnen und Sportler gezielt einzelne Angebote, während sie z.B. andere Schulen besuchen oder in der Lehre stehen. Die Zahl der Neuen sei etwas grösser als jene der Abgänge, was für den Start ins Schuljahr 2021/22 im Gesamten eine Rekordzahl an Jugendlichen bedeutet.

An Wellenbewegungen gewohnt

Trotz Corona konnte das Aufnahmeverfahren im Frühling fast wie gewohnt stattfinden. An den Informationsanlässen für die Jugendlichen und Eltern sei festzustellen gewesen, dass die Sportlerschule sehr gut bekannt sei. Im vergangenen Schuljahr gehörten erstmals Sportschüler der Sportarten Sportklettern und Wasserball der Organisation an. Ab August absolviert als Premiere eine Akrobatikschülerin die Sportlerschule. Über die Jahre seien immer wieder Wellenbewegungen zu beobachten, was die Anzahl von Schülerinnen und Schülern in bestimmten Sportarten betrifft, erzählt der ehemalige Schweizer Spitzenweitspringer Zellweger. Aktuell sei zum Beispiel die Zahl der Fussballerinnen oder das Interesse an Handball auffällig hoch. Im Badminton oder in der Leichtathletik sei man traditionell stark. Im Weiteren führt die Organisation das "Speedtraining" für Kinder im Primarschulalter jeweils am Mittwoch neu auch in Herisau durch. "Schnelle Beine" sei dort das Motto, sagt Zellweger. Und diese seien den Jugendlichen in verschiedenen Sportarten nützlich.

Richtung Kompetenzzentrum

Dazu ist Appenzellerland Sport weiterhin aktiv mit Stützpunkttrainings in den Sparten Leichtathletik, Badminton, OL und Eishockey. Auch das Engagement beim Appenzellischen Schwingverband wird weitergeführt, man widmet sich neu auch der physischen Ausbildung der Jungschwinger. Es kämen gehäuft Anfragen aus dem Spitzensport an die Organisation, sagt Zellweger. Von Sportlern und Sportlerinnen, die keine Schule mehr brauchen, aber zusätzlich zum Verein und Verband eine Betreuung im physischen Bereich möchten. "Dieser Bereich ist bisher nebenhergelaufen, er wird stetig grösser. Das bedeutet, dass wir uns Richtung Kompetenzzentrum Sport entwickeln und für diese Anliegen spezielle Trainingsfenster schaffen." Zellweger spricht von einem zweiten wichtigen Standbein nebst der Sportlerschule.

"Das Bewusstsein schärfen"

Ein wichtiges Anliegen seien weiterhin die "sportfreundlichen Lehren" für junge Sportlerinnen und Sportler. Dabei gehe es nicht nur darum, Firmen zu finden, die bereit seien, Lehrlinge mit sportlichen Ambitionen aufzunehmen. "Wir wollen bei den jungen Athleten oder Athletinnen auch das Bewusstsein dafür schärfen, nach Abschluss der Schulpflicht vier Jahre ‘Gas’ zu geben. Dafür haben sie nachher sowohl eine berufliche Ausbildung als auch vieles für ihre sportlichen Ziele getan." Das könne freilich hart sein, ergänzt Zellweger und nennt als Beispiel einen Zimmermann, der neben dem Beruf noch 15 Stunden Training pro Woche auf sich nehme.

pd